
| Yeah, Yeah, Yeah! Urchin Aid Benefiz im K4 |
|
|
|
| Geschrieben von: jary |
| Freitag, 15. Januar 2010 um 00:00 Uhr |
|
Denkste, pünktlich zu Travellin' Jack füllt sich der Saal so langsam. Post-Punk heißt bei den drei Jungs: Hemd, Krawatte, Hut. Kratzige Whiskey-Stimme, grummelnder, basslastiger Sound und Mucke für Tom Waits' Ruhestandbar zwischen lässigem Rock'n'Roll und aufgeregtem Indi natüüürlich mit Punk-Elementen. Die Jungs stampfen über die Bühne, trinken Bier und versuchen, das tiefgefrorene Publikum warm zu kriegen. Klappt bei genau einem zu großen Kerl mit seltsamer Frisur, der vorne abspackt und kleineren Menschen dahinter die Sicht raubt. Die Band macht Spaß, unaufgeregt rocken sie ihr Set herunter, Gitarren-Stimm-Phasen werden mit einem langweiligen Drum-Solo überbrückt, aber immerhin. Das Bass-gegrummel fängt an zu stören, in den mittleren und oberen Frequenzbereichen findet zu wenig statt. Die Band scheints zu ahnen und hört mit perfektem Timing auf. Bei den zwei Zugaben wird das Publikum dann doch langsam lockerer. Post-Punk heißt bei den Gaps: Ziemlich dunkles Indi-Punk-Appearal und abwechselnd Punkrock und atmosphärische Songs. Sie selber nennens Stoner-Punk und das triffts dann schon rech gut. Sängerin Ruby ist eine Rock-Göre zwischen Brody Dalle und der regional bekannten Kate Kaputto von Willie Tanner. Ihre Jungs sind lässig und brutal, aber immer ein bisschen hektisch, was zu zahlreichen kleineren Verspielern und Unsauberkeiten führt, die aber nur am Rande stören. Vor allem Ruby bietet eine feine Show, die männlichen Zuschauer der ersten Reihen hat sie voll im Griff. Langweilie kommt ab und an bei den doch recht langen Atmo-Parts, ansonsten überzeugen die vier durch Intensitäts- und Tempowechsel, einem feinen Drum-Solo und schöne Zwischenspiele. Das Publikum dankts und klatscht auch mal einen Song mit. Weniger überzeugend, sind die zum Teil englischen Ansagen: Wozu? Will Ruby ihren feinen Akzent präsentieren? Mit der Zeit schleicht sich der Verdacht ein: es geht eher um koolness. Ruby freut sich "Goddamn people, you sure know how to party" aber der einzige, der wirklich Party macht, ist ein großer Kerl mit seltsamer Frisur, der vorne abspackt und kleineren Menschen dahinter die Sicht raubt. Drummer Thomas spielt mit Zigarette im Mund, was seine Konzentration beeinflusst, die Verspieler mehren sich. Nach einer knappen Stunde gehts ohne Zugabe runter von der Bühne. L.A. Crash sind dann das Highlight des Abends. Chaos, Hektik und abspacken sind hier Konzept. Das Publikum geht ab. Endlich. Der große Kerl mit seltsamer Frisur steht inzwischen mit Gitarre auf der Bühne und spackt dort ab. Sympathisch. Sängerin Andrea ist ein echtes Riot Grrrl, geht als Katze geschminkt tierisch ab, steht Gitarristen Marlon in nichts nach. Das Konzert nimmt bei den dreien richtig an Fahrt auf, die Songs werden eiskalt innerhalb einer gefühlten halben Minute herunter geschrammelt. Das Chaos bis zur Extase erinnert an die Weirdo-Hard-Coreler von Jumbo Jet. Höhepunkt ist das furiose aber plötzliche Ende inklusive Prügelei. Das Publikum verstehts nicht ganz. Es gibt kaum Applaus, die Band rotzt von der Bühne. Fantastisch. Artikel / Links |
Kommentare
aber rubys englische ansagen kamen eher daher, dass einige freunde von ihr aus england zu besuch da waren, die leider kein deutsch können ;) grüße
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.